Ich will mir …

Oft kriege ich die Frage gestellt
„Ich will mir ne neue Kamera kaufen. Was ist denn da die Beste? „. So oder so ähnlich lautet die Frage immer. Oft antworte ich dann die Eos 1D Mark IV mit einer Tauschoption auf meine Kamera. Für alle die, die diese Kamera nicht kennen, das ist das Flaggschiff von Canon. Leider ist bisher noch niemand darauf eingestiegen.

Aber um mal wieder auf die Frage zurück zu kommen, die ist gar nicht so einfach zu beantworten. Meine erste Gegenfrage lautet deshalb meistens warum. Wenn man mit der alten zufrieden ist und die gute Bilder macht gibt es keinen Grund. Gibt es kein entsprechendes Zubehör mehr, ok. Wenn man die Kamera regelmäßig an ihre Grenzen bringt und einige Bilder nicht realisieren kann, auch ok. Wenn ich aber höre, die neuen haben alle 20 Megapixel und mehr, muss ich mal sagen, das ist völliger Blödsinn. Also für einen Profi vielleicht nicht, aber für fast alle Amateure trifft das zu. Schauen wir uns doch mal an, wieviele der Megapixel wir eigentlich brauchen. FullHD hat ja die Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel ergibt 2.073.600 Pixel, als knapp 2,1 Megapixel. Der neue Trend 4K sind 4.096 x 2.304 ergibt 9.437.184 Pixel also knapp 9,5 Megapixel. Um Bilder in den klassischen Fotoformaten wie 10 x 15 cm zu entwickeln reichen 1,3 MP.

Wenn der Wunsch weiterhin besteht, sollte man sich Fragen, was will ich damit machen. Fotografieren, ja nee is klar, aber was! Will ich im Urlaub nur mal ein paar Landschaftsbilder machen, reicht eine einfache Kompaktkamera. Die haben wahrscheinlich noch ein spezielles Programm für Landschaften, Portraits usw, aber ich glaube 95 % der Kompaktkameras liefen noch nie in einem anderen Programm als der Vollautomatik.

Jeder der bei wenig Licht oder bei Sportveranstaltungen Fotos machen will, muss da schon tiefer in die Tasche greifen. Die Chips und die Objektive der kleinen Kameras sind einfach nicht dafür ausgelegt, bei wenig Licht zu fotografieren. Meist wollen sie auch gleich noch den kleinen Hässlichmacher, also den eingebauten Blitz, zünden. Das ist ungefähr so, als wollte man den Grand Canyon mit einem Streichholz ausleuchten. Auch Leuten die kleine Kinder fotografieren wollen empfehle ich eine kleine Spiegelreflexkamera. Jedem der sich etwas mehr und intensiver beschäftigen will natürlich auch.

Jeder der bis hier her gekommen ist, fragt sich sicher, warum nennt der Kerl keine Kamera oder Marke. Das kann ich nicht. Ich bin bekennender Canonier, kann also nur dafür sprechen, aber die Kameras aus den entsprechenden Preisklassen können alle fast das selbe. Die eine hat vielleicht 2 MP mehr, die andere kann in den Belichtungsreihen mehr Stufen aufnehmen, das sind Kleinigkeiten in denen die sich unterscheiden. Die Kenner wissen sicher jetzt schon, welche zwei Marken ich hier angesprochen habe.

Es gibt an der Stelle, neben dem verfügbaren Budget, noch vier Punkte oder Besser Fragen, die man für sich beantworten sollte.

Erstens: Habe ich noch altes Equipment das ich weiter benutzen kann oder will?  Wäre ja Blödsinn, wenn man noch Objektive hat, die man an der neuen Kamera nicht nutzen kann.

Zweitens: Wie liegt die Kamera in der Hand?

Drittens: Wie komme ich mit der Bedienung klar? Es nützt nichts, wenn die Kamera in der Ecke liegen bleibt, weil Sie nicht gut in der Hand liegt oder man mit dem Menü und der Bedienung nicht klar kommt.

Viertens: Gibt es für die Kamera auch das Zubehör was ich brauche? Das meiste Zubehör gibt es natürlich für die beiden Branchenprimuse (?) Canon und Nikon. Wichtig ist, brauche ich das wirklich? Will ich auf Safari gehen und brauche große Zooms, gibts die für meine Kamera? Ein späterer Systemwechsel kann ganz schön ins Geld gehen. Wenn man aber mit dem Angebot von Sony oder Olympus zufrieden ist, warum nicht auch mit den kleineren Chips fotografieren.

Wenn man tiefer einsteigen will, einfach mal im Netz suchen, es gibt in vielen Orten sogenannte „Fotostammtische“, ambitionierte Hobbyfotografen, die einem auch mal eine Kamera in die Hand geben können und ein bisschen was dazu erzählen. Mehr als die meisten Verkäufer in den Technikmärkten wissen. Die können, wenn man Glück hat, noch die einfachen technischen Daten vom Preisschild ablesen.

Wenn ihr dann im Laden seit, lasst euch nicht noch irgendwelches „nützliches“ Zubehör aufquatschen. Das stellt sich meist als das Zubehör raus, was zu erst in der Ecke liegen bleibt. Solltet ihr keine passende Speicherkarte haben, wäre dass das einzigste Zubehör was man mitnehmen sollte. Weder irgendwelche Taschen noch Filter.

Falls ihr noch Fragen dazu habt, schreibt mir einfach.

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